Fortbildungsseminar der DKG zum Thema
„Zusammenhänge zwischen Feinstmahlung und Brenntemperatursenkung bei der Herstellung keramischer Produkte“

Teilnehmer des Fortbildungsseminares |
| | Bild 1 von 4 | weiter |
Im April fand in Selb ein Fortbildungsseminar der Deutschen Keramischen Gesellschaft (DKG) zum Thema „Zusammenhänge zwischen Feinstmahlung und Brenntemperatursenkung bei der Herstellung keramischer Produkte“ statt. Das Seminar wurde gemeinsam vom Lehrstuhl für Ingenieurkeramik der Technischen Universität Clausthal und den Firmen NETZSCH-Feinmahltechnik GmbH (NFT) und NETZSCH-Gerätebau GmbH (NGB) organisiert und durchgeführt. Professor Jürgen Heinrich (TU Clausthal) führte die Teilnehmer in seinen Vorträgen in die theoretischen Grundlagen zur Charakterisierung von keramischen Suspensionen ein und setzte einen weiteren Schwerpunkt auf die Konsequenzen, die sich für unterschiedliche Partikelgrößen bei den Formgebungsverfahren in der Praxis ergeben.
Klaus Ott (NFT) führte in seinem Vortrag aus, welche Einflussfaktoren das Zerkleinerungsergebnis beim Einsatz von Rührwerkskugelmühlen bestimmen und welche Auswirkungen dies speziell auf keramische Applikationen hat. Dr. Ekkehard Füglein (NGB) sprach über die Charakterisierung der Zersetzungsprodukte beim Binderausbrand mit Hilfe von Thermischen Analysemethoden, die zu diesem Zweck mit Spektroskopischen Methoden gekoppelt werden (STA-QMS). Im Vorfeld wurden bei der NFT mehrere Probenserien feinstvermahlen. Diese Proben wurden anschließend bezüglich ihres Schwindungsverhaltens beim Brennen mit einem Dilatometer der NGB, dem Geschäftsbereich „Analysieren & Prüfen“ der NETZSCH – Gruppe, untersucht. Die von Dr. Füglein vorgestellten Ergebnisse an diesen Serien zeigen, dass mit abnehmender Teilchengröße die Sintertemperatur gesenkt werden kann. Für die Herstellung keramischer Produkte weist dies auf die Möglichkeit hin, bereits bei niedrigeren Temperaturen zu brennen. Im praktischen Seminarteil wurde den Teilnehmern ein Überblick über die Untersuchungsmöglichkeiten im Applikationslabor der NGB und im Technikum der NFT gegeben.
Die Abendveranstaltung sorgte mit einem Ausflug in die heimische Gastronomie und einem anschließenden Kicker-Turnier für einen gelungenen Ausgleich zum Vortragsprogramm.
Die Teilnehmer beurteilten das Seminar im Rahmen einer Abschlussbesprechung durchweg positiv. Besonders die Kombination aus Vortragsteilen und den praktischen Übungen wurde als sehr informativ und praxisnah hervorgehoben. Professor Heinrich betonte die Bedeutung des Seminarthemas für künftige Forschungsarbeiten im Hinblick auf die Potenziale zur Einsparung von Zeit und Energie bei allen pulververarbeitenden Produktionsprozessen.
Die keramischen und pulvermetallurgischen Produktionsverfahren werden durch ihre vergleichsweise hohen Prozesstemperaturen gerade vor dem Hintergrund der derzeit in der Öffentlichkeit ausgiebig diskutierten CO2–Problematik vor immer neue Herausforderungen gestellt. Die Möglichkeit der Absenkung von Prozesstemperaturen durch die Verwendung von feinstvermahlenen Pulvern kann in diesem Zusammenhang innovative Lösungsansätze aufzeigen.
Die Veranstalter bedanken sich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern und Mitwirkenden für ihre aktive Unterstützung, die zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen haben.