Besuch von Staatsminister Erwin Huber bei
NETZSCH „Analysieren & Prüfen“

von li. nach re.: OB Wolfgang Kreil, Staatsminister Erwin Huber, Thomas Netzsch, beim Experimentieren: Dr. Thomas Denner |
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Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, besuchte der bayrische Staatsminister, Erwin Huber, am 10. Januar 2007 verschiedene Unternehmen in der Region.
Die NETZSCH-Gerätebau GmbH war die erste Firma, die ihn an diesem Tag willkommen heißen durfte. Nach einer herzlichen Begrüßung sowie einer kurzen Einführung in die Geschäftswelt der NETZSCH - Gruppe durch Thomas Netzsch, stellte Dr. Thomas Denner den Geschäftsbereich „Analysieren & Prüfen“ vor.
Mittels unserer Analysengeräte kann eine Vielzahl von Materialeigenschaften in Abhängigkeit der Temperatur bestimmt werden.
Dabei gibt es verschiedene Methoden, mit denen die Eigenschaften gemessen werden können für die NETZSCH ein oder mehrere verschiedene Meßsysteme offeriert, die wiederum in verschiedenen Industrien Anwendung finden.
Anhand von zwei Beispielen gewährte Dr. Denner einen kleinen Einblick in den Bereich der thermischen Analytik.
Mit Hilfe eines Experiments demonstrierte er anschaulich, dass die elastischen Eigenschaften einer Gummidichtung mit abnehmender Temperatur einer Änderung unterliegen und somit die Materialeigenschaft der Elastizität sich mit sinkender Temperatur geradezu dramatisch verändert. Während das Material bei Raumtemperatur für eine Dichtung gut geeignet ist, würde es bei sehr tiefen Temperaturen völlig versagen.
Gummidichtringe werden z. B. als Abdichtung der Verbindungen von Segmenten der Feststoffraketen innerhalb der Luft- und Raumfahrt eingesetzt. Hier dient die Dichtung im Wesentlichen dazu, einen Spalt zwischen zwei festen Bauteilen abzudichten und dabei auch bei leichten Verformungen den Spalt durch elastisches Verhalten immer vollständig auszufüllen.
Auf die Anwendung der thermischen Analyse bei der Optimierung einer Bremse in einem Formel 1 Fahrzeug ging er in seinem zweiten Beispiel ein.
Aufgabe einer Bremse ist es, die Bewegungsenergie eines Fahrzeugs in eine andere Energieform umzuwandeln und damit das Fahrzeug zum Stillstand zu bringen.
Dies erfolgt durch Umwandlung von Bewegungsenergie in Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird. Besonders hohe Anforderungen werden dabei an Bremsanlagen in Formel 1 Fahrzeugen gestellt, denn aufgrund der hohen Geschwindigkeit ist die Energie sehr hoch und man will zwecks Gewichtseinsparung die Bremse so klein und leicht wie möglich bauen. Für das verwendete Material bedeutet dies extreme Belastung. Somit ist es von großer Bedeutung, das Verhalten der Materialien genau zu verstehen. Hierzu werden auch Materialeigenschaften wie z.B. Wärmeleitung und Wärmekapazität mittels Messgeräten unserer Firma bestimmt.
Unser Applikationslabor war bereits in ein Forschungsvorhaben aus diesem Industriebereich eingebunden.
Während der Führung von Herrn Walter Neumann durch den Laborbereich zeigte Dr. Jürgen Blumm, Leiter des Applikationslabors, den Gästen die Hochleistungsbremse einer Boeing, die tatsächlich im Einsatz war und für weitere Analysen in unser Applikationslabor geschickt wurde.
Bevor Herr Huber sich von uns verabschiedete, um weitere Firmen zu besuchen (Fa. Textilveredlung Drechsel GmbH sowie H.C. Starck Ceramics GmbH & Co. KG) machte Herr Walter Neumann nochmals deutlich, dass die Vielzahl der von NGB angebotenen analytischen Methoden zur thermischen Materialcharakterisierung eine hohe Krisenfestigkeit durch Unabhängigkeit von einzelnen Industrien oder Regionen bietet. Hochspezialisierte Teams in den Bereichen Vertrieb, Kunden-Service, SAS-Support und Applikationslaboratorien gewährleisten die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und sichern wichtige strategische Wettbewerbsvorteile.
An dieser Stelle sei das klare Bekenntnis zum Standort Selb durch unsere Geschäftsführung nicht vergessen. :
In naher Zukunft ist sogar die Erhöhung der Produktionskapazität mittels ‚Agiler Supply Chain‘ in Selb geplant.