Ratenkontrolliertes Sintern (RCS)

Die Eigenschaften von Sinterprodukten, wie Dichte und Partikelgrößenverteilung, werden durch die Sinterbedingungen (Temperatur, Atmosphäre, etc.) und insbesondere durch deren Sinterraten bestimmt. Die NETZSCH-Proteus RCS-Software ermöglicht die Regelung dieser Sinterrate während der Dilatometer-Messung. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Dilatometer-Messung, bei der die Längenänderung einer Probe nach einem gegebenen Temperaturprogramm gemessen wird – in der Regel eine Aufheizung mit konstanter Aufheizrate – wird mittels RCS das gewünschte Temperaturprofil für eine gegebene Längenänderungsrate bestimmt. Durch RCS wird das Temperaturprogramm des Ofens geregelt, um vordefinierte Sinterraten der Probe zu erhalten. Abhängig vom gewählten RCS-Modus wird der Ofen nicht mehr mit einer festen Heizrate aufgeheizt. Der Aufheizvorgang wird gestoppt/gestartet oder, abhängig von der Sinterrate der Probe, kontinuierlich angepasst. Das gemessene Temperaturprofil kann dann zur Optimierung auf den Produktionsprozess übertragen werden.

Beispiel:
Grünkörper aus Aluminiumoxid

Gezeigt ist eine Messung unter RCS-Bedingungen an einem Grünkörper aus Aluminiumoxid. Die Heizrate wird im Temperaturbereich der Sinterung durch die RCS-Steuerung reduziert, sodass eine nahezu konstante Schrumpfrate erhalten wird. Nach Ende des Sinterprozesses geht die Heizrate auf den programmierten Wert zurück.


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