NETZSCH setzt einen Meilenstein in der Produktion

Von der "grünen Wiese" zur neuen, hochmodernen Produktionsstätte

Startschuss im Jahr 2015

Bereits vor mehreren Jahren kam der Stein für die Planung einer neuen Produktionsstätte ins Rollen. Die Auftragslage bei NETZSCH Analysieren & Prüfen war gut, der Platzmangel in der Produktion kaum zu übersehen. Die Grundeinstellung lautete: Wenn wir schon erweitern müssen, dann nicht einfach nur mehr Platz schaffen, sondern überlegen, wie man sich besser und intelligenter aufstellen kann, um effizienter und wirtschaftlicher produzieren zu können. Die finanzielle Unterstützung der NETZSCH-Gesellschafter und Geschäftsführung für ein Projekt zur Umgestaltung der Produktion und Logistik war gesichert. Doch wo und wie fängt man an, um die gewohnten Prozesse zu optimieren?

Die spannende Planungsphase beginnt

Eine umfangreiche Bestandsanalyse wurde durchgeführt, sämtliche bestehende Prozesse durchleuchtet und dokumentiert. Schnittstellen zwischen den verschiedenen Abteilungen wurden analysiert. Um Ideen und Anregungen zu sammeln, wurden modernste Firmen aus der Maschinenbaubranche besichtigt. Alles geschah im Hinblick auf die große Frage: Wie würde unsere Firma aussehen, wenn wir sie auf einer „grünen Wiese“ bauen könnten?

Auf Kundenbedürfnisse maßgeschneiderte Produkte

Wie eh und je, steht bei den NETZSCH-Produkten der Kundennutzen im Fokus. Der Schwerpunkt in der Produktion liegt demzufolge nicht bei einer Serienproduktion, die auf Masse ausgelegt ist. Vielmehr macht es sich NETZSCH zur Hauptaufgabe, Produkte zu fertigen, die exakt auf Kundenlösungen zugeschnitten sind. Jedes ausgelieferte Gerät ist entsprechend der Kundenbedürfnisse individuell konfiguriert.

Natürlich setzt diese kundenzentrierte Philosophie in der Produktion gewisse Anforderungen voraus. Das neue Produktions- und Logistikkonzept sollte weitere Verbesserungen mit sich bringen. Es galt, die Prozesse für eine individuelle Fertigung bis hin zu einer Serienfertigung so effizient wie möglich zu gestalten. Die Flexibilität für Einzelaufträge sollte genauso gegeben sein, wie die Möglichkeit, auf Auftragsschwankungen zu reagieren.

Aufgrund dieser Strategie wurde ein neues Produktions- und Logistikkonzept entwickelt, das die Anforderung zur Produktion der Geräte in Losgröße Eins mit effizienten Strukturen und Prozessen umsetzt.

Sommer 2017: Umzug in die neue Produktionsstätte

Nach weniger als einem Jahr Bauzeit steht die neue, mehrstöckige Produktionsstätte und der Umzug von Lager und Produktion hat erfolgreich stattgefunden. Der Neubau knüpft sich nahtlos an den Bestand an. Eine „Social Area“ mit Catering-Service bildet das Herzstück zwischen Neubau und dem Bestand. Hier können sich die Mitarbeiter in entspannter Atmosphäre begegnen, ihre Mittags- oder Kaffeepause zusammen verbringen, sich fachlich oder auch privat austauschen.

Von der Social Area schweift dann der Blick in Richtung Atrium und hinunter in die großzügig mit Tageslicht geflutete, säulenfreie Produktionshalle. Rund um das Atrium reihen sich die produktionsnahen Abteilungen wie Forschung & Entwicklung, Einkauf und Disposition. Die Waren-Annahme mit der Abteilung für Qualitätssicherung sowie das neue Lager mit einem hochmodernen Paternoster-System sind vor der neuen Produktionshalle angeordnet. Die offene Bauweise, mit verglasten Büros über mehrere Etagen hinweg, sorgt für eine transparente und effiziente Kommunikation zwischen den interdisziplinären Abteilungen.

Optimierte Produktionsprozesse für hochqualitative Messgeräte

Sämtliche Produktionsprozesse sind auf einen optimalen Materialfluss ausgerichtet. Montageeinheiten reihen sich sinnvoll nach Funktionen segmentiert aneinander. Die SAP-gesteuerten Lagerlifter stellen die kundenbezogenen Aufträge mit der Logik „Ware-zu-Mann“ Kommissionierung vollständig und fehlerfrei der Fertigung zur Verfügung. Die fertigenden Mitarbeiter können in der neuen Produktionshalle entsprechend der Auftragslage an Standardarbeitsplätzen und an Fertigungsinseln flexibel rotieren. Hilfreiche Greifkoffer mit auftragsbezogenen Schrauben und Spezialwerkzeugen erleichtern und beschleunigen die Montage zusätzlich. Produziert wird in reinraumähnlichen Strukturen. Eine ausgeklügelte Luftfilteranlage hält Schmutzpartikel von außen fern. Die Anlage sorgt für eine gleichbleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Um eine staubfreie Arbeitsumgebung in der Produktion zu gewährleisten, wird die Ware bereits im Lager ausgepackt und aus den Kartons bzw. der Verpackung entnommen. Auf diese Weise wird die Ware sauber und entsprechend der Qualitätsanforderungen eingelagert bzw. montagegerecht bereitgestellt.

Der optimale Einsatz von Mitarbeitern und Materialien ermöglicht eine zügige Bearbeitung von Aufträgen und gewährleistet eine zeitnahe Belieferung der Kunden mit hochqualitativen Messgeräten von NETZSCH.

Was gibt es noch zu tun?

Die neuen Prozesse sind implementiert. Der Start in der neuen Produktionsstätte ging für unsere Kunden weitestgehend unbemerkt von statten. Selbst in der turbulenten Umzugsphase war die Lieferfähigkeit immer gewährleistet. Nun gilt es für alle Abteilungen, die neu gelernten Abläufe zu verinnerlichen, sich an die neuen Prozesse und Standards zu gewöhnen. Und wie zumeist bei solch umfangreichen Projekten, sind noch Feinarbeiten und Nachjustierungen nötig, so dass auf Dauer alles rund läuft.

Meilenstein gesetzt

Unserem Projektteam ist die Freude und Erleichterung aber heute schon anzumerken. Mit dem Bau der neuen Produktionsstätte ist ein Quantensprung in der Produktion geschafft. Man ist zufrieden mit dem Ergebnis, wohl wissend dass noch weitere Schritte auf dem Weg zu Industrie 4.0 zu gehen sind.