Epoxidharz — Schmelzen & Aushärten

Während der Temperaturerhöhung zeigt der Verlustfaktor ε" im Multifrequenzmodus eine Reihe von Dipol-Relaxationspeaks im Bereich des Glasübergangs des Harzes. Mit dem anschließenden Erweichen steigt der Verlustfaktor rapide an und spiegelt so die drastisch ansteigende Ionenmobilität im flüssigen Harz wider. Die Ionenviskosität wird von der Ionenleitfähigkeitskomponente des Verlustfaktors abgeleitet. Sie ist ein frequenz-unabhängiger Parameter bezogen auf die Viskosität vor der Gelbildung und bezogen auf die Festigkeit nach der Gelbildung. Die Ionenviskosität korreliert mit der dynamischen Viskosität und fällt zu Beginn der Messung aufgrund der ansteigenden Temperatur ab. Der Reaktionsbeginn konkurriert durch die eingeschränkte Mobilität mit der Temperatureinwirkung und bewirkt ein klar definiertes Viskositätsminimum. Nach dem Minimum steigt die Ionenviskosität wieder an, was die zunehmende Viskosität und den Aushärtezustand des Materials widerspiegelt. Zur Darstellung des Aushärtegrads kann der dielektrische Aushärteindex (cure index) herangezogen werden. (Messung mit DEA 288 Epsilon)