Unvulkanisierter Naturkautschuk — Emissionsgasanalyse

TG-DTG-TIC-Plot von unvulkanisiertem Naturkautschuk (NR), 3.36 mg, N2, kontinuierliche Injektion der flüchtigen Gase in 1-min Intervallen. Die GC-Trennsäule wird konstant auf hoher Temperatur gehalten, um eine schnelle Gaspassage mit Auftrennung in die Hauptkomponenten zu erreichen. (Messung mit TG-GC-MS)

Zu Beginn der NR-Zersetzung (32 min., 346.3 °C) sind die flüchtigen Hauptprodukte Isopren C5H8 (Peak 2 im TIC-Chromatogramm) und 1-methyl-4-(1-methylethenyl)-Cyclohexen C10H16 (Peak 2).

Dieser kontinuierliche GC-MS-Modus zeigt die austretenden Gase in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit; in diesem Modus können auch einzelne Massenzahlen (m/z) selektiert werden für eine kontinuierliche Aufzeichnung in Abhängigkeit der Temperatur (Single-Ionen-Monitoring, SIM).

Die zweite Stufe der NR-Zersetzung (Beginn bei 38 min., 406.2 °C) ist durch zusätzliche Produkte neben Isopren und subsituiertem Cyclohexan (wie oben gezeigt) charakterisiert, nämlich 5,5-dimethyl-1,3-Cyclopentadien (C7H10, m/z 94), 1-methylen-2-Vinylcyclopentan (C8H12, 108 m/z) und beta-Humulen  (C15H24, 204 m/z).

TG/STA-GC-MS-Kopplung

In Zusammenarbeit mit JAS (Joint Analytical Systems) ist NETZSCH ein Durchbruch auf dem Gebiet der Emissionsgasanalyse (EGA) gelungen. Dieses neue GC-MS Kopplungssystem hebt sich von bisherigen Lösungen ab, indem die Emissionsgasanalyse ereignisgesteuert abläuft, d.h. bei Massenänderungen der Probe automatisch gestartet wird. Dies ermöglicht eine temperaturbezogene Detektion der austretenden Substanzen, was wiederum eine direkte Korrelation mit den Massenverluststufen erlaubt.